An Silvester
letztens Jahres wurde mir eine Frage gestellt, welche ich ganz
spöttisch mit „Ja“ beantwortete, es war die Frage ob ich 2016,
zum With Full Force mitfahre.
Ich kannte
allerdings meine Freunde, welche schon des öfteren zum Summer Breeze
oder zu irgendwelchen anderen Veranstaltungen wollten, aus denen im
Endeffekt nichts wurde.
Letzte Woche ging es
dann nach langer Planungsphase, mehreren Änderungen im Thema Anreise
und Co. nach Roitzschjora, bzw. zum Flugplatz, auf den „härtesten
Acker der Welt“ das With Full Force Festival.
Zu einem Festival
Bericht gehört natürlich auch die Anreise.
Nachdem ich mich
morgens also nach 3 Stunden Schlaf aus dem Bett quälte und mich zum
Bahnhof begab, hieß es erst mal zum ZOB in Berlin kommen, was
natürlich das kleinste Problem war.
Die richtige
Haltestelle gefunden hieß es dann auf den Flixbus warten.
Er erreichte
überpünktlich den ZOB und Rucksäcke, Stühle und Koffer wurden
verladen und wir machten uns auf den Weg nach Leipzig.
Doch auf dieser
Strecke erwarteten uns schon die ersten Probleme.
Plötzlich standen
wir, vor uns ein Kilometer langer Stau, welcher unseren Zeitplan
komplett auf den Kopf stellte.
So hatten wir in
Leipzig keine 40 Minuten mehr Zeit um zu unserem Anschlussbus zu
kommen sondern 10, was dazu führte das wir nicht mehr einkaufen
konnten und wir ohne Verpflegung auf das Festival fahren mussten, was
dank der gefühlt 8000 Grad Celsius ein kleiner Dämpfer war.
Allerdings lernten
wir schon vor dem Festival Leute kennen, mit welchen wir uns gut
unterhalten haben.
Eine Busfahrt später
konnten wir sie dann sehen.
Die Mainstage tat
sich in der Ferne auf und es war nur noch ein 2 Kilometer langer
Fussmarsch bis wir sie erreichten, dachten wir den als nächstes galt
unsere Aufmerksamkeit der Suche nach einem Platz für unser Lager.
Die Suche führte
uns den halben Weg zurück, welchen wir gerade gekommen waren,
welcher mir komplett die Kräfte raubte.
Glücklicherweise
legten wir eine kleine Rast ein, die ich angefordert habe um einen
Schluck zu trinken und Sonnencreme aufzulegen.
Warum
glücklicherweise? Während dieser Rast sagte uns ein Männlicher
Mitcamper, das wir uns einfach an die Seite stellen sollen, also über
die Abgrenzung hinaus, da sich eh niemand daran hält.
Gesagt getan, bauten
wir die Zelte auf und machten uns auf den Weg zum Festival Gelände,
den Kilometer zurück, den wir nun schon zweimal hinter uns hatten.
Diesmal gingen wir
aber mit mehr Elan, denn unser Ziel war in Sicht.
Ich habe übrigens
ein „Free Hugs“ Schild gebastelt , welches mir sehr viele
Umarmungen einbrachte, die erste war direkt von einem Wesen anderen
Geschlechts, welche auch noch in nasser Kleidung rumlief, eine sehr
schöne Erfrischung.
Über das Wochenende
sammelte ich 54 Umarmungen, es war alles dabei Halbnackte Männer,
Frauen, große Teddybären und auch 4 Mitglieder von "Bury
Tomorrow" und einer von "To the Rats and Wolves."
Als wir unser
Bändchen abholten und endlich das Festival betraten, erkundeten erst
mal das Gelände, tranken etwas und gingen dann zum ersten mal vorne
zur Main Stage auf der sich „The Amity Affliction“ die Ehre gab.
![]() |
| So nah und doch so fern, die Main Stage des With Full Force Festivals |
The Amity Affliction
war schon eine krasse erste Festival Erfahrung.
Man musste sich erst
an die „übertriebene“ Lautstärke und den krassen Bass gewöhnen,
nach 2 Liedern hatte sich der Körper allerdings an die extremen
Verhältnisse gewöhnt.
Wir blieben
allerdings nicht sondern schauten uns weiter um, wir endeten am
Impericon Zelt, in dem wir uns ein Überraschungs-Shirt für 5 Euro
kauften.
Das hier war meins,
hat sich gelohnt!
Danach hieß es für
mich, sich für das erste Autogramm anzustellen, "Stick to Your
Guns" waren sehr sympathisch und kommentierten auch das Schild
um meinen Hals.
Dann passierte
etwas, was mir noch des öfteren passieren sollte, ich verlor meine
Gruppe.
Ich ging also allein
zu „Six Feet Under“, nachdem ich kurz beim Zelt war um mein
Autogramm und mein ebenfalls erworbenes With Full Force Shirt,
unterzubringen.
Ich fand die Jungs
bei „Walls of Jericho“ wieder, welche durch eine Frau an der
Front überzeugt, welche besser Growlt als so manch männlicher
Frontmann.
Zusammen warteten
wir dann auf den ersten Headliner, eine unbedeutende Newcomer Gruppe
die sich „Slayer“ nennt.
![]() |
| Lichstimmung stimmte auch am Himmel über der Bühne. |
Slayer war der
Headliner welcher uns am wenigsten interessierte, dementsprechend
erwarteten wir wenig und man, hat Slayer die Stage abgerissen.
Slayer zeigen gut
wie man nur mit Licht und Nebel eine Hammer Show abliefern kann.
Ich konnte zwar nur
2 Lieder mitsingen aber trotzdem sind wir alle ziemlich abgegangen.
2 Backdrops,
„Raining Blood“ und „Angel of Death“ später endete die Show
und wir begaben uns zurück zum Zelt. Zwar gingen wir noch zu Vader
aber die Anreise und Co. hatten uns ziemlich fertig gemacht.
Wir beendeten also
den ersten Tag, ich schlief übrigens auf dem harten Boden, weil ich
keinen Bock hatte meine Matratze aufzublasen...dumme Idee.
Ansonsten kann man
sagen, das die Preise mittelmäßig sind, nicht zu teuer und auch
nicht unfassbar billig, es war bezahlbar.
![]() |
| Slayer tauchte die Main Stage in die ein oder andere Farbe und ließ sie förmlich brennen. |
Nach einer ziemlich
suboptimalen Nacht, wachte ich zum dritten mal auf, diesmal war ich
aber nicht allein, also begab ich mich endlich aus meinem Zelt und
puzzelte meinen Rücken in feinster Tetris Manier zusammen.
Meinem Kopf ging es
zum Glück gut, die Kopfschmerztablette in der Nacht hielt mir sowohl
den Kopf zusammen und lies mich zudem schnell einschlafen.
Nachdem man sich
also für den Tag fertig gemacht und gestärkt hatte ging es auch
schon wieder zum Gelände. Wo „Fallujah“ und „Annisokay“ auf
uns warteten. Ich kaufte mir allerdings noch kurz einen wunderbaren
Jutebeutel, eigentlich finde ich die Dinger extrem hässlich aber
ganz ehrlich, für Festivals sind die Dinger echt verdammt nützlich.
Dann startete auch
schon „Fallujah“, die sich als ziemlich gute Liveband
herausstellte.
Die Jungs haben
ziemlich was drauf, es gab nur ein Problem, es war einerseits sehr
„früh“ also 13:30 Uhr und sehr viele Leute schliefen noch und
„Fallujah“ ist nun kein großer Name für den man extra aufsteht.
Andererseits war es
wohl auch falsch die Jungs auf der Main Stage spielen zu lassen, man
hätte lieber mit „Annisokay“ tauschen sollen und „Fallujah“
auf der Tent spielen lassen sollen.
Annisokay nämlich
hatte eine Stimmung welche auf dem Force seines gleichen suchte.
Circle-Pits, Mosh-Pits und sogar eine Wall of Death.
Leider kam ich etwas
zu spät und konnte bei dem Spass vor der Bühne nicht mitmachen und
musste das Konzert etwas weiter hinten genießen, was auch schon
ziemlich gut war.
![]() |
| Immer für eine schönes Bild da, der Camping-Platz |
Danach hieß es für
mich, rum gammeln bis WBTBWB („We Butter the Bread with Butter“)
auf die Main Stage kletterte.
Leider kamen wir
tatsächlich zu spät und verpassten leider „Ich mach was mit
Medien“, was ich ziemlich schade fand, ich war jetzt nicht
angepisst aber ich mag das Lied eben sehr gern.
Das Konzert war
allerdings spitze. Super Stimmung, gute Auswahl der Songs und eine
wirklich gute Show!
Die Show hat mich so
überzeugt das ich bei der nächsten Tour auf jeden Fall dabei sein
werde.
Denn mit 30 Minuten
war die Show etwas kurz.
Wir holten uns,
nachdem wir uns Autogramme von Amon Amarth geholt hatten, Autogramme
der Butterbrote. Beide Bands wirkten dabei sehr sympathisch.
Als nächstes verlor
ich mal wieder meine Gruppe, etwas das zum Running Gag wurde, leider.
Währenddessen
spielte Behemoth und irgendwie war der Sound naja mittelmäßig, es
kratzte teilweise sehr und war wirklich extrem laut, also nicht das
angenehme laut.
Nachdem ich meine
Gruppe wiedergefunden hatte, Sangria trinkend auf dem Boden sitzend,
findet mal 3 Leute in schwarzen Shirts die auf dem Boden sitzen, wenn
1000 andere es auch tun, ging ich zur Autogramm Stunde von Fallujah
und man sind das nette Jungs.
Als ich dort ankam
stand eine handvoll Leute da, ich hatte schon Panik die Autogramme
sein schon rum, ich guckte nicht auf die Uhr und merkte nicht das sie
gerade 5 Minuten läuft.
„Fallujah“ nahm
sich extrem viel zeit für dein Fans, machte Witze und redete
ausführlich mit den Leuten, noch dazu gaben sie jedem die Hand und
bedankten sich.
Auf meiner
Autogrammkarte finden sich außerdem ein „Thank You“ und ein Smiley. Sehr sympathisch.
![]() |
| Für mich einer der besten Auftritte, "We Butter The Bread With Butter" |
Während am Abend
alle Fussball guckten ging ich zur nächsten Signing-Session mit „The
Browning“ eine meiner Lieblings-Bands.
Dafür gilt im
Grunde das gleiche wie bei „Fallujah“. Sehr nett, wir schnackten
über ihr neues Album, was eine Woche vorher erschien und man gab
sich die Hand, ich freute mich auf später am Abend, wenn die Jungs
noch Live spielen sollten.
Kaum war das
Autogramm sicher verstaut, ging es auch schon zu Amon
Amarth...dachten wir aber da war ja noch was.
Es wurde nämlich
noch Ping Pong...ähm...Fussball gespielt und hier zeigte sich, das
erste und einzige mal, eine komische und wirklich ekelhafte Stimmung.
Es wurde gepöbelt,
gegen andere Leute die vor der Leinwand waren oder auch gegen die
Italiener.
Das ganze ging mir
extrem auf den Keks, nicht nur das ich auf „Amon Amarth“ warten
durfte, nein um mich rum waren auch noch pöbelnde Fussball Fans, was
die sonst extrem friedliche Stimmung des Festivals für eine gewisse
Zeit zerstörte.
Danach ließ man
aber keine Zeit mehr verstreichen und ließ den zweiten Headliner
los, „Amon Amarth“ betrat die Bühne und legte eine Show der
extra Klasse hin.
Auch hier konnte ich
wieder nicht wirklich mitsingen, mehr als bei „Slayer“ aber auch
nicht sehr viel.
Trotzdem war das
ganze die bis dahin beste Show, was Pyro und Effekte anging.
![]() |
| Aus der Kategorie "Hab ich leider keine guten Bilder von" hier "Amon Amarth" |
Danach ging es noch
zu „The Browning“, zwar kam ich etwas zu spät aber noch
rechtzeitig zu „Industry“, was mein Lieblingslied der Jungs ist.
Das ganze war
einfach das was ich mir davon erhofft habe, absoluter Abriss der Tent
Stage.
Es war eine super
Mischung aus neuen und alten Songs.
Der Fanboy Bonus
machte es für mich zum bis dato besten Konzert.
Ich hatte übrigens
mal wieder meine Gruppe verloren, fand sie aber schnell wieder und
wir sahen uns die ersten 4 Lieder von „Cypecore“ an, die ziemlich
gute Musik machen.
Wir hatten
allerdings das gleiche Problem wie am Vorabend, wir waren extrem im
Arsch und wollten nur ins Zelt, diesmal auch mit Luftmatratze und in
gemütlich.
![]() |
| Bei "The Browning" herrschte Stimmung die seines gleichen suchte. |
Der Sonntag begann
wie der Samstag.
Wir begaben uns
allerdings diesmal direkt zum Impericon Zelt wo „Bury Tomorrow“
auf eine Autogrammkarte kritzelte und 4 von 5 Mitgliedern mich noch
umarmten.
Währenddessen
spielte „To the Rats and Wolves“, die Jungs lieferten eine gute
Show ab und die Stimmung war auch super, nur der Sound war etwas
mittelmäßig, was aber auch daran liegen könnte das ich noch etwas
müde war.
Die Jungs stolperten
von der Bühne direkt zur Metal Hammer Stage um Autogramme zu geben.
Mich erwartete die
längste Wartezeit, bei einer Signing-Session.
Die Wartezeit
konnten wir aber gut überbrücken, da wir uns mit ein paar Leuten
unterhalten konnten.
Die Warterei war es
durch eine weitere Umarmung und einen netten Plausch wert. Wir
verpassten zwar „Bury Tomorrow“ aber hey, die Jungs haben mich
umarmt, das reichte mir.
Dann spielte „Bury
Tomorrow“ nochmal nur unter dem Namen „Beartooth“.
Mal ehrlich, die
Jungs machen echt gute Musik aber sie nach Bury Tomorrow spielen zu
lassen, ist etwas komisch, das sich der Sound etwas doppelt.
Danach ging ich kurz
zu „The Matter of China“ welche trotz des Newcomer Status, gut
Stimmung machten.
Der nächste große
Act war dann „August Burns Red“. Welche ziemlich ballerten,
leider war das ganz auf lange Sicht etwas eintönig.
![]() |
| Das was ein Festival zu etwas ganz besonderem macht, die Crowd |
Dann folgte mein
persönlicher Headliner, „“Bad Relegion“ glänzte mit Vielfalt
in den Songs (haben ja genug) und dem typische „Bad Relegion“
Humor und Sound.
Zwar passten sie
nicht ins Line-Up aber das tat der Stimmung nichts schlechtes.
Mittendrin ging aber
die Welt unter und es fing an, aus Eimern zu schütten, so stark das
wir uns danach umziehen mussten.
Aber allein „Just
a Punkrock Song“ war es wert.
Frisch „geduscht“
ging es also zu „Trivium“.
Eine Band die auch
eine extrem gute Show ablieferten, ich habe aber kaum Bezug zu
„Trivium“ was sich aber in Zukunft bessern soll.
![]() |
| Bevor alles nass wurde, machte Bad Relegion schon Stimmung. |
Dann folgte aber der
Oberkracher, „Five Finger Death Punch“ betrat die Bühne und riss
als letzter Act der Main Stage, die Stage driekt ab und mich noch
dazu.
Man hatte Akustik
Elemente, viele unterschiedliche Lieder und viel mehr. Es war einfach
grandios!
![]() |
| Five Finger Death Punch als krönender Abschluss. |
Völlig im Eimer
ließ ich dann aber „The Last Supper“ also die letzten 3 Bands
sausen und ging ins Bett.
Am Nächsten Tag
ging es mir besser als ich erwartet hatte.
Es hieß Sachen
packen, Müll sammeln und alles abbauen, typische Festival Zeug eben.
Schlussendlich
suchten wir unser Shuttle und dann hieß es, Ciao With Full Force
2016.
Fazit:
Für mich war es
eine grandiose erste Festival Erfahrung.
Es war nicht zu
groß, alles sehr sympathisch, alle waren freundlich und mit Elan an
der Arbeit.
Das Personal war einfach super und die Preise waren okay.
Das Personal war einfach super und die Preise waren okay.
Nur die
Einkaufmöglichkeiten wenn es um Lebensmittel geht, waren etwas weit
weg und teilweise hat mich der Aufbau etwas verwirrt.
Im großen und ganze
war es aber ein ziemlich gutes Festival!
![]() |
| Man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben, das wird wohl auch auf das Force zutreffen. |
Hier nicht erwähnt da ich keinen Platz dafür gefunden habe, Ding wie die Mülltonne die vor der Main Stage rum getragen wurde und alles was in die Richtung geht, ich habe auch leider keine Bilder davon, schade aber naja es ist auf jeden Fall ziemlich lustiges Zeug passiert..einiges auch irgendwo ekelhaft...so wurde "Narnia" mit Exkrementen an an ein Dixi geschrieben aber das ganze war trotzdem ziemlich witzig.
![]() |
| Der Held des Festivals, mein Schild! |












