Was ist Musik für
dich?
Eine Frage die mir
schon des Öfteren gestellt wurde.
Ich weiß nun oft
nicht, wie genau ich darauf antworten soll, es gibt für mich keine
genaue Antwort auf diese Frage.
Musik ist für mich
ein Alltagskiller, ein guter Freund, ein Ersatz für Drogen und auch
ein Lebensretter.
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| © Iolanthe Photography |
Nun muss ich
letzteres wohl etwas näher erklären. Über die letzten sagen wir 4
Jahre ging es mir in meinem Leben immer und immer schlechter. Meine
Familie fechtete einen Krieg untereinander aus, ich hatte Stress in
der Schule, hatte Liebeskummer und Menschen die ich liebe/liebte
machten mich fertig und brachten mir jeden Abend Trauer und Tränen.
Einher damit gingen natürlich die Depressionen, dessen Nachzügler
ich noch Heute habe, durch einen weiteren Zwischenfall mit einer
Person die mir sehr am Herzen lag und auch immer noch liegt, obwohl
diese Person mich sehr fertig gemacht hat und ich glaube, das ihr
diese Freundschaft, die sie als sehr wichtig betitelt hat nie etwas
bedeutet hat, ich will dieser Person dies absolut nicht vorwerfen und ich glaube auch nicht, dass das stimmt aber ich weiß nicht was ich sonst denken soll... Ich habe heute depressive Anfälle, welche mich immer
wieder komplett fertig machen, manchmal nur für ein paar Stunden,
teilweise aber auch tagelang. Traurig bin ich fast jeden Tag, an irgendeinem Punkt...ich schlage gegen Wände, einfach aus dem Affekt, es überkommt mich einfach...ich hab mich dadurch schon des öfteren verletzt und es passiert immer wieder. Das schlimmste aber, ich habe meinen Vater angelogen, als er fragte ob es mir gut geht...natürlich habe ich ja gesagt, weil es ihn extrem fertig machen würde, wenn er wüsste, dass es mir schlecht geht.
Ich habe mir oft
Hilfe gesucht, diese hat aber nie geholfen und hat mich
schlussendlich fast in den Suizid getrieben, einfach weil ich keine
Kraft mehr hatte mit diesen Leuten darüber zu reden und mir jedes
Wort mehr und mehr Kraft raubte, bis es nicht mehr ging.
Halloween 2016 hatte
ich wieder diesen einen Gedanken mir etwas anzutun, ich war zu einer
Party eingeladen, wollte aber einfach nicht hingehen weil diese eine
Person da war.
Also war ich hier in
meinen 4 Wänden...ich war noch nie so einsam in meinem Leben.
Ich war oft einsam
in meinem Leben, an Geburtstagen, an Weihnachten und...eigentlich
immer.
Das liegt einerseits
daran, das ich schon früher immer allein war, da meine Mutter
arbeiten musste und meine Eltern getrennt leben. Heute liegt es aber
eher daran, das mir etwas im Leben fehlt, dieses Gefühl geliebt zu
werden, nicht als Kumpel, nicht als Sohn...nein einfach so wie man
seinen Partner liebt, ich habe diese Zuneigung noch nie erlebt und so
langsam, macht mich genau das fertig.
Genau wegen diesem
Gefühl der Einsamkeit das ich nicht mehr stemmen konnte, hatte sich
in meinem Hinterkopf der Gedanke mir etwas anzutun breitgemacht,
ausgelöst durch familiäre Zwischenfälle und zwei Leuten die ich
gern als „Freunde“ betitelte, noch dazu gesundheitliche Probleme bei meinem Vater und dem denken, im meinem Leben, niemals etwas auf die Reihe zu bekommen. Noch dazu ist eine Person, die es sein sollte, wohl kein Stück stolz auf mich.
Was hat mich davon
abgehalten mir an Halloween das Leben zu nehmen? Nun es war im Kern das Gleiche wie Anfang 2015.
Einerseits eine Nachricht einer mir sehr wichtigen Person genau in
diesem Moment, damals von meiner besten Freundin, diesmal von meinem
Vater und meinem Bro. Natürlich auch mein gesunder Menschenverstand,
von dem ich zum Glück genug besitze oder auch die vielen Bilder von
tollen Momenten, auch mit dieser bestimmten Person. Aber an Halloween
war es wohl eine ganz besondere Sache, die diesen Gedanken komplett
hat zerbersten lassen, eine Zeile...
„Ich tanze wie ein
Kind im Nebel, zufrieden weil ohne Ziel.“
Ein Lied, welches
mein Leben repräsentiert, von einer Band die mir aus der Seele
spricht.
Musik hat mir wohl
u.a. an diesem Tag das Leben gerettet.
Das Lied ist von
„Callejon“ einer deutschen Metalcore Band und seit mittlerweile
einem Jahr, meine Herzensband, die einzige Band die ich wirklich
liebe. Das Lied heißt „Kind im Nebel“ es geht um das Nachtrauern
der Vergangenheit, einem alten besseren Ich.
Dies tue ich jeden
Tag, mich an bessere Zeiten erinnern aber auch weitergehen. Denn
jedes Mal wenn ich in meinem Leben stehen bleibe, kommt mir ein
weiteres Zitat der Jungs in den Kopf.
„Keine Zukunft,
ohne Kampf!“ heißt es in „Blitzkreuz“, dieses Lied hat mir oft
geholfen weiter zu gehen.
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| Einer der besten Abende meines Lebens, das Callejon Konzert Ende Dezember. Mit Tränen bei "Kind im Nebel" und Gänsehaut. |
Ich kann nun ewig so
weitermachen, kann Lieder zitieren und so weiter.
Ich erzähle aber
lieber inwiefern mir Musik noch geholfen hat oder inwiefern sie mein
Leben prägt.
So hat sie mich erst
vor kurzem wieder sehr traurig gemacht, ich wollte eigentlich auf ein
KIZ Konzert gehen, nun kam es aber so das eine gewisse Person da war.
Diese Person ist die beste Freundin dieser einen Person die mich
fertig gemacht hat, diese hat sie aber nicht allein, sondern mit
ihrer besten Freundin gemacht...
Während ich heulend
vor meinem Handy saß und versucht hab etwas über Whatsapp zu
retten, hat diese beste Freundin alles mitgehört und sich dann
irgendwann auch noch eingemischt, ziemlich miese Aktion zu Zweit auf
eine mental komplett fertige Person einzureden.
Nun warum bin ich
nicht trotzdem gegangen? Weil diese Person mit meiner Begleitung auf
dem Konzert war und ich verzichte lieber darauf mit Leuten auf
Konzerte zu gehen, die mich fertig gemacht haben, was mich in Kombination mit vielen anderen Problemen fast in den Suizid getrieben hätte. Und Nein, das war nicht nur weil sie mich fertig gemacht haben, bevor mir das irgendwer vorwirft.
Klingt hart, ist es
auch und ich sage das definitiv nicht gern. Natürlich waren genug
andere Faktoren im Spiel (Der Verkauf des Hauses in dem ich
aufgewachsen bin und ein Schlaganfall in meiner Familie) aber mich
fertig zu machen und meine Einsamkeit über die Monate zu verstärken,
lässt eben solche Gedanken frei und das hat damals die depressiven
Anfälle ausgelöst. Nein sie waren nicht Schuld daran, zumindest
nicht allein. Ich bin nicht der Mensch der sagt "Du bist Schuld an dem und dem" Im Grunde ist das eh meine Schuld, ich sollte einfach weniger Leuten vertrauen aber mein Vertrauen zu brechen und meine Geheimnisse zu erzählen, das ist echt ekelhaftes Verhalten. Ich bin nicht mal sauer, einfach nur traurig und enttäuscht...es verstärkte seitdem die eh schon stark vorhandenen Verlustängste, die ich nun schon ewig habe...ja ich hatte auch Schuld an dem Knall zwischen uns und war ein Idiot aber das ist noch lange kein Grund jemanden so zu behandeln. Man sollte Niemanden wegwerfen und schon gar nicht ignorieren, damit kann man einem Menschen sehr großen Schaden zufügen.
Was hat das mit
Musik zu tun? Nun, es lief „Oskar der Elefant“ in meiner
Playlist, mein Lieblingslied von K.I.Z....der Rest erklärt sich von
selbst, ich habe deswegen angefangen zu weinen, weil ich mal wieder
einen schönen Abend mit meinen Leuten nicht wahrnehmen konnte....
Musik macht mich
aber auch durch andere Lieder und Situationen traurig. An meiner Wand
über dem Bett hängen 3 Bilder verstorbener Verwandten, alle mit dem
„Lebensherz“ , meiner Signatur, umgeben und mit einem Song Zitat
darunter. Darauf kam ich, da vor kurzem meine Uroma verstarb, was
mich überraschend fertig machte und es noch immer tut.
Meine Oma, die beste
Person die in meinem Leben jemals existierte, ist auch darunter.
Sie bekam das Zitat
„Bevor du gehst, schau mir noch einmal in meine Augen“ Mal wieder
ein Zitat von Callejon. Dazu muss ich folgende Geschichte erzählen,
meine Oma wurde 2-3 Tage vor ihrem Tod ins Krankenhaus eingeliefert,
die letzte Berührung die wir hatten lief so ab, das sie meine Hand
nahm, mir in die Augen sah und mir zunickte, ein Moment von dem ich
noch Heute Alpträume habe.
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| Das Bild meiner Oma, mit dem Zitat und dem Lebensherz |
Wegen dieser
Geschichte kann ich dieses Lied nicht mehr hören, ohne das sich
Tränen in meinen Augen bilden. Es gibt aber auch Lieder die mir ein
Lächeln ins Gesicht zauber. Mit Liedern wie „Hero of War“ von
Rise Against oder „Gossenpoet“ von Saltatio Mortis erinnere ich
mich an tolle Konzert und Reisen. Bad Religion und The Browning
erinnern mich an mein erstes Festival und Bands wie die Beatles und
Queen erinnern mich an meine Kindheit welche, trotz extremen
Mobbings, doch ganz schön war.Bands wie Led Zeppelin oder Rise
Against erinnern mich an tolle Freundschaften.
In Verbindung mit
den Bildern an meinen Wänden werden diese Gefühle noch einmal
verstärkt, so verbinde ich oftmals Bilder, mit einer Band oder einem
Lied. Auch Menschen verbinde ich oft mit Liedern, wie gesagt verbinde
ich meine Oma mit einem von Callejon und bei meinem Vater läuft
immer „Hey Jude“ von den Beatles in meinem Kopf. Es ist sein
Lieblingslied und soll ab Mitte des Jahres auch meinen Arm als Tattoo
schmücken.
Dies alles ist auch
der Grund warum ich Musikwissenschaften studiere. Durch meine
Depressionen habe ich mich immer mehr in die Musik geflüchtet und
angefangen mich mehr damit zu beschäftigen. Das alles endetet
irgendwann mit Videos auf YouTube zum Thema Musik.
Musik ist mein
Begleiter in allen Lebenslagen, sie hat mir mein Denken gegeben, die
Einstellung und hat mir gezeigt was Gefühle sind. Musik ist für
mich das, was Drogen für andere sind. Ich habe alles ausprobiert,
habe Grass geraucht, Alkohol getrunken und Ähnliches. Nichts davon
konnte mich von Stress befreien oder mich abschalten lassen, es
bewirkt bei mir einfach nichts, da kann ich noch soviel rauchen oder
trinken, dass hat bisher nur Musik geschafft.
Sie beruhigt mich
auf eine Art und Weise die unbeschreiblich ist, Musik ist die einzige
Sache, bei der ich für einen Moment die Welt vergessen kann, mal
kurz nicht in der grausamen Realität lebe, welche von Depressiven
Anfällen, Problemen und Scheiße durchzogen ist, sie zeigt mir
wieder, dass das Leben und die Welt auch schöne Seiten hat. Musik
ist für mich also wie ein guter Freund und ein schlimmer Feind
zugleich, sie ist wie ein Fotoalbum, wie ein zweites Leben. Für mich
ist sie nicht nur Ablenkung für eine Zugfahrt, nicht nur Noten auf
einem Blatt Papier, nicht nur Frequenzen die aus einer Maschine
kommen.
Musik hat mir das
Leben gerettet und das kann ich ihr nie zurückgeben.
Es mag nicht das Schönste sein, wenn man im Alter von 20 Jahren schon 3 mal über Suizid nachgedacht hat aber es ist schön, dass ich noch da bin.
Es mag nicht das Schönste sein, wenn man im Alter von 20 Jahren schon 3 mal über Suizid nachgedacht hat aber es ist schön, dass ich noch da bin.
Und jetzt noch eine
Frage an dich, Was ist Musik für dich?
Videos gefällig?
Ein Video in dem ich etwas mehr über Depressionen rede:
https://www.youtube.com/watch?v=GyzASDqPIxE
Mein Vlog zu Callejon (Link zu meinem Zeug auf YouTube!):
https://www.youtube.com/watch?v=5Cn-tOYkD3E




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