Viele von euch haben
sicherlich noch nie von der Gruppe ICE NINE KILLS gehört.
Diese sind auch in
unserer Gegend kaum bekannt und konnten mit ihren bisherigen
Metalcore-Horror-Tiraden auch nie wirklich stark überzeugen. So
hatte ihr letztes Album „Every Trick in the Book“ zwar einige
gute Songs, blieb aber vor allem in Sachen Abwechslung relativ blass,
obwohl die Stimme von Frontmann Spencer eine sehr aggressive ist,
welche sich vor allem durch ihre schrillen Screams auszeichnet.
Mit ihrem neuen
Album „The Silver Scream“ widmen sie sich aber nun ganz anderen
Sachen, so war auf ihrem letzten Album mit „Me, Myself and Hyde“
bereits ein Track drauf, welcher einem Klassiker der Thriller und
Horror Schiene gewidmet war. Diese Prämisse hat man nun genommen und
in ein ganzes Album gewandelt. Das führt zu Tracks wie „Thank
God It‘s Friday“ („Friday the 13th“), „The
Jig is Up“ („SAW“) oder auch das lange erschienene
„Enjoy your Slay“ welches an „The Shinning“
angelehnt ist. Die ganzen Anspielungen sind der absolute Wahnsinn und
man findet auch beim vierten Hören noch etwas neues heraus.
Kommen wir aber zur
Musik.
Mit „The American
Nightmare“ und „Thank God it‘s Friday“ haben wir
direkt die ersten beiden Singles. Während mich Ersterer damals wenig
überzeugen konnte, haut er im Konvolut gut rein und ist ein gutes
Intro, während Zweiterer dann direkt einen Höhepunkt bezeichnet.
Mit seinem akustischen Anfang und dann der Bombe, in der der
klassische INK-Sound einsetzt. Direkt werden uns
brutale Shouts und Screams entgegengesetzt, die man sonst nur selten
im Metalcore findet und eher im Deathcore suchen sollte.
Unterstrichen durch Voicesamples aus den Filmen und dem gar epischen
Chorus lässt man den Rezipienten direkt sprachlos zurück.
„Stabbing in
the Dark“ lässt ebenfalls keine Zeit zum Luft holen. Spieluhr
Intro und fantastische Narration von Spencer, die die Geschichte von
„Halloween“ erzählt. „Day after day, knife after knife“
wird uns entgegengeworfen und wieder haben wir einen gar epochalen
Refrain. Nach diesem folgt dann ein Breakdown mit einem schiefen
Klavier in Moll, ein klassisches Horror-Klischee.
Nach „SAVAGES“
folgt die schon angesprochene „SAW“ Referenz „The Jig
is Up“ welche nicht nur wesentlich härter ist als seine
Vorgänger ist, sondern auch sehr an das alte Chaos erinnert, was
hier aber so überhaupt nicht stört. Auch treibt man hier die
„Flashbacks“ an die Filme auf einen Gipfel, mit den klassischen
„Game Over“ Samples und Ähnlichem.
Nach der dritten
Single „A Grave Mistake“, „Rocking your Boat“ und der
Hitsingle „Enjoy your Slay“ folgt mit „Freak Flag“
ein Bruch und sehr anderer Song.
Gesang der etwas an
MANSON erinnert und ein sehr gediegener und leiser Song. Hier
zeigt uns Spencer mal etwas, dass auch seine Clean Vocals ziemlich
gut und trotzdem „horrifying“ sind. Der Refrain tut sein Nötiges
dazu bei und wir haben einen Song, der sich trotz seiner Divergenz
sehr gut in das Gesamtwerk einfügt.
Nach „The World
in My Hands“ haben wir mit „Merry Axe-Mas“
tatsächlich eine Art Weihnachtssong, Dieser beginnt mit Glockenspiel
und behält dieses auch durchgehend, was einfach wieder die
Abwechslung unterstreicht, die dieses Album und diese Grupp
aufweisen. Sie mischen hier einfach Alles, Ruhe, Chaos, Witz,
Experimentelles, einen Deathcore-Breakdown und alles andere. Meine
Güte, dieser Song ist der Wahnsinn.
Es folgt „Love
Bites“ eine Ballade, welche ebenfalls sehr typisch für die
Band ist. „Tess-Timony“ war einer meiner Lieblinge des
letzten Albums, weil es einfach etwas ganz anderes ist und Spencer
eine fantastische Stimme hat. Mit Chelsea Talmadge, welche vor
allem durch „Stranger Things“ bekannt wurde, holt man sich dazu
noch eine wahnsinnig schöne Stimme dazu und der Twillight-Soundtrack
ist perfekt
Das fällt generell
auf, INK passen ihre Songs sehr an den persiflierten Film an
und fangen damit dessen Stimmung ein. Die Songs könnten teilweise
wirklich zu den Filmen gemacht sein, was man besonders bei „Love
Bites“ merkt.
Mit „IT is the
End“ gibt man mir dann nochmal einen schönen Kick, Ich liebe
IT und alles was damit zu tun hat sehr. Und man Spencer als
Pennywise ist super gruselig aber auch verdammt gut getroffen.
Der Song ist eine
Minute lang nur gesprochen und dann geht es so richtig los, Spencer
performt den Song als Pennywise, mit einer verzerrten,
verrückten Stimme seiner selbst, Zirkusmusik und Clownsgeräuschen.
Der Song ist pure Gänsehaut und besser kann man dieses Album nicht
beenden. Schnell, anders und einfach einfallsreich.
Fazit:
ICE NINE KILLS
waren für mich gewöhnungsbedürftig. Ihre Diskographie besteht aus
Sehr guten und sehr öden Songs, vieles klingt gleich und wenig prägt
sich rein. Dann kam „The Silver Scream“.
Die Anspielungen,
das Musikalische, die Abwechslung, die ganzen Gastauftritte, einfach
das ganze Paket. Dieses Album macht genau Nichts falsch, weder
musikalisch, noch textlich oder sonst was. Dieses Album ist ein
Meilenstein des Metalcores und wird die Jungs in ganz andere
Dimensionen bringen!
10/10 Punkten
ICE NINE KILLS
haben es endlich geschafft und gezeigt, wie man ein Album macht und
haben die teils öden immer gleichen Brutalo-Hymnen daheim gelassen.
Mit „The Silver
Scream“ bringen sie uns ein verstörendes Horror-Manifest, welches
diese Musikwelt nicht so schnell vergessen wird!
Ich lege euch hier auch die Musikvideos zu den Songs ans Herz, diese
ergeben einen Film, welcher alle Anspielungen vereint und das leicht
einer Hollywoodproduktion!
Hier Teil 1 „The American Nightmare“:

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