Ausnahmekünstler zu
finden ist heutzutage mehr als schwer.
Man hat vieles
gehört, Künstler bringen das sechste Album heraus, welches den
anderen Fünf sehr ähnelt und neue Musiker machen nichts Neues oder
schaffen es einfach nicht sich, zu etablieren.
Eine dieser
Ausnahmen ist Fynn Kliemann! Der selbsternannte
„Heimwerkerkönig“ überzeugt auf YouTube mit Witz, Engagement
und Einfallsreichtum bei jedem Video, es ist unfassbar wie viel Herz
er in seine Projekte steckt und nach einem Buch sollte das auch für
ein Album gelten.
Das „Album seines
Lebens“ trägt den Namen „Nie“ und zeigt uns einerseits, was
für ein Genie er ist aber auch das viel in der modernen Musik falsch
läuft, wenn es um Qualität und Hörgenuss geht.
Dieses Album bekommt
von mir allerdings keinen „normalen“ Text. Songs
auseinandernehmen findet ihr heute weniger, Ich spreche eher über
das Album als Gesamtwerk.
Fynn zaubert uns Elf
Tracks in die Hörmuscheln, welche allesamt sehr unterschiedlich aber
auch recht gleich sind. Die Texte sind allesamt über das Leben, die
Liebe und die Sehnsucht. Kliemann
kommt dabei bei einigen Songs an die lyrische Genialität
eines Käptn Peng oder auch der Melodic-Hardcore Granate Hotel
Books heran. Besonders durch die emotionale Tiefe von Hotel
Books, erinnert mich Kliemanns Lyrik immer wieder daran.
Musikalisch sind die
Tracks dabei aber völlig verschieden. Mal sehr ruhig wie in
„Zuhause“, melancholisch mit weniger Instrumentierung wie in
„Sardinien“ und dann wieder sehr Lebensbejahend wie in
„Morgen“ mit kurzen
Klavieranschlägen und hohen Noten im Gesang.
Was andere Künstler
erst mit einem neuen Album schaffen, macht Fynn Kliemann in
einem einzigen Album. Dabei werden auch die verschiedensten
Instrumente benutzt um eine Divergenz zu schaffen, welche seines
Gleichen sucht. So hört sich „Der Mann und das Meer an“
als würde man in einem Zug sitzen und auf das Meer blicken, während
sich „Morgen“ eben anhört als würde man am Morgen an
einem Tisch im Freien sitzen, während die Sonne aufgeht. Solche
Klangbilder zu erschaffen ist furchtbar schwierig und eine Kunst für
sich!
Mit „Bau mich
auseinander“ schafft er es sogar eine gewisse Trauer
auszulösen, in diesem Song geht es um eine Person die man liebt, das
einen aber mehr fertig macht als es einen aufheitert.
Ich könnte nun ewig
so weiter machen, darüber reden wie „Bis Seattle“ eine
unfassbare Sehnsucht auslöst, „Immer nur da“ mich
Menschen vermissen lässt, die Ich seit Jahren nicht vermisst habe
oder wie Ich zu „Kieztränen“ einfach nur durch die Stadt
trotten möchte, Graffitis angucken und Tee trinken will. Aber ganz
ehrlich, hört euch das Album einfach mal selbst an und erforscht,
welche Gefühle ihr dabei ausschüttet .
Da Ich euch die
ganze Geschichte zu „Nie“ nicht selbst erzählen möchte,
verlinke Ich euch unten den Podcast von Fynn zu genau diesem Thema!
Kliemann/10
Punkten (Ja, das ist großartig!)
Fynn Kliemann
schafft hier ein Album, welches lange im Gedächtnis bleiben sollte.
Es setzt sich wie ein gutartiger Parasit ins Hirn und lässt durch
ein geordnetes Chaos der Gefühle nicht mehr so schnell ab.
Lieber Fynn,
dieses Album ist der Wahnsinn und hat den Titel „Album meines
Lebens“ mehr als verdient!
Den Podcast findet ihr hier: https://open.spotify.com/show/2bVeqDdoSosgHtsOZtDcRc

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen