Ich
war nun schon auf so einigen Festivals, dieses Jahr zähle Ich drei
und für nächstes Jahr sind bereits die nächsten drei relativ fest
geplant. Nun war Ich auch auf dem Highfield Festival 2018 in der Nähe
von Leipzig am Störmthaler See und was soll Ich sagen, Ich war noch
nie so zwiegespalten, was ein Festival angeht.
Vorab
muss Ich sagen, dass Ich hier keine großen Geschichten, Anekdoten
oder sonst was erzählen werde. Dazu ist ein Podcast mit der liebe
Jule von Musikmanie (
www.musikmanie.de)
geplant, der das alles abdecken wird. Hier werde Ich ausschließlich
das Festival in allen Kategorien bewerten, die Ich bewerten kann.
Dazu
gibt es hier keine Bewertung zum Line-Up, dieses ist nämlich
Geschmackssache. Es war für jeden etwas dabei, das sollte als Info
reichen!
-Die
Anreise und der Camping Ground-
Beginnen
wir an dem Punkt, an dem jedes Festival anfängt und einige sogar
schon scheitern, die Anreise. Diese war eine recht positive
Erfahrung. Vom Hauptbahnhof in Dresden ohne Probleme nach Leipzig und
von da aus in ein Shuttle, Richtung Festival. Das ist unkompliziert
und mit Sieben Euro auch preislich vertretbar. Mit dem Bändchen kann
man nämlich immer wieder nach Leipzig und zurück fahren, was
ziemlich nützlich sein kann.
Dann
kam aber auch schon der erste negative Punkt, der Zeltplatz.
Dieser
ist zwar sehr überschaubar und man ist relativ schnell am Infield
ABER auf dem Zeltplatz findet man viele Zäune, die einem den
direkten Zugang verwehren. Bevor wir nämlich erfahren haben, dass
wir auch auf dem VIP Platz campen dürfen, hatten wir unser Zelt am
Green-Camping aufgeschlagen, nun wollten wir von da zum Infield und
mussten einfach durch den kompletten Campground des Green-Campings,
da es nur einen Ausgang von diesem gab und zwar ganz vorn.
Der
Rest wurde mit Zäunen abgegrenzt, welche sich als völlig sinnfrei
herausstellten, da auf der anderen Seite ebenfalls Zelte standen.
Generell hielt man sich nicht mehr an die Grenzen, in denen man Zelte
aufstellen durfte, was ein Indiz dafür ist, dass man zu wenig Platz
hat.
Also
Fazit dazu:
Der
Platz war Recht kompakt und die Laufwege sind okay, dazu der große
Pennymarkt in der Mitte des Weges. Leider ist der Platz recht
chaotisch und wird durch Zäune und zu wenig Ausgänge sehr begrenzt.
Das ist schade und muss nicht unbedingt sein!
-Das
Infield, die Akustik und die Bühnen-
Kommen
wir zu dem wohl wichtigsten Aspekt eines Festivals, das was Jenseits
des Campingplatzes passiert.
Als
wir in das Infield wollten, kam sogar direkt wieder ein negativ
Punkt, der Einlass. Ein Eingang, nicht alle „Schleusen“ geöffnet
und nicht überdacht, was in Anbetracht der wirklich brennenden Sonne
anstrengend wurde. Dazu noch kaum Kontrollen, was Ich aber generell
überall bemerkte.
Bei
einigen SeCus kam man ohne Probleme mit einer normalen Tasche durch,
bei einigen wurde selbst der durchsichtige Beutel genaustens
kontrolliert. Einige werden jetzt sagen „Ist doch gut, wenn es
wenig kontrolliert wird! Es geht schneller und Ich kann mein eigenes
Getränk mitnehmen.“
Jein,
klar ist es schön, wenn man kein Geld für überteuerte
Festival-Getränke bezahlen muss aber es ist wichtig, dass man
Kontrollen hat, die auch als Kontrolle wahrgenommen werden! So kann
nämlich auf gar keinen Fall etwas passieren und seid mal ehrlich,
ihr wollt doch auch Sicherheit oder?
Das
ist nur ein kleiner negativ Punkt und Nichts super schlimmes aber
trotzdem verbesserungswürdig!
Was
allerdings sehr positiv war, waren die Bühnen und die Akustik.
Letztere war, fast immer, sehr gut. Wenn man eine Band hören wollte,
hat man genug Orte gehabt, an welchen das ohne Probleme möglich war,
einige zwar ohne Sicht auf die Bühne, an diesen Orten war dann aber
viel Platz um sich auszuruhen, da Niemand da war. Dazu waren die
Stages beide wirklich groß und davor war sehr viel Platz, leider gab
es auch hier ein Problem.
Vor
der Bühne gab es für alle ohne VIP-Bändchen einen separaten
Einlass, um in die vorderen Reihen zu kommen, das Ganze kann ganz
nützlich sein, hätte man einen normal breiten Eingang.
Der
Eingang dazu waren jedoch zwei „Schleusen“, durch welche immer
nur eine Person passt. Das ist bei den kleineren Bands kein Problem
aber sobald die 18 Uhr Slots anfangen, also sowas wie die 257ers, die
Donots oder auch die Headliner, wird das sehr eng und dauert lang.
Die Schlange bei Alligatoah war so lang, dass man knapp eine
Viertelstunde warten musste, bis man vor die Bühne kam, dazu haben
die Leute noch gedrängelt und geschoben, weil sie dachten sie kommen
nicht vor die Stage. Natürlich ist das um Ordnung zu behalten und es
vor der Bühne nicht zu voll werden zu lassen ABER das kann man
besser lösen!
Breitere
Eingänge würden reichen um Gedränge und schlechte Stimmung
abzuhalten, so ist es aber ein sehr negativer Punkt dieses Festivals
und etwas, dass Ich noch nie gesehen habe.
Also
Fazit dazu:
Die
Akustik ist super, das Infield sehr groß und wenig Gedränge
außerhalb der Bühnen. Jedoch sind die separaten Eingänge bei den
großen Bands so überfüllt, dass man teilweise einfach keine Lust
hat, nach vor zu gehen und das verdirbt einem wirklich sehr viel. Das
ganze scheitert dabei an einigen kleinen aber sehr scharfen Ecken!
-Essen,
Trinken und Sanitäranlagen-
Natürlich
übersteht man ein Festival nicht, ohne Verpflegung und etwas
Hygiene.
Was
soll man sagen, die Stände auf dem Infield hatten etwas für jeden
Geschmack (HEHE), egal ob Burger, Asiatisch, Vegan, Vegetarisch oder
Süßkram, alles war vorhanden. Jedoch war es unsagbar teuer.
Natürlich, es ist Festival aber Vier Euro für ein normales Getränk
plus zwei Euro Pfand für einen Becher, welcher so dünn ist dass er
gern mal kaputt geht ist zuviel! Ich muss dazu sagen, dass meine
Becher immer an Viva con Agua gehen, daher ist mir der Pfand egal
aber Vier Euro für ein Getränk auszugeben überlege Ich mir
mehrmals.
Dazu die Preise für Essen, fünf Euro für eine kleine Box mit
gebratenen Nudeln. Ja es ist alles frisch und lecker aber mehr als
übertrieben!
Die
Sanitäranlagen waren dafür sehr positiv. Relativ sauber und auch
reichlich Dixis, dazu viele Schließfächer. Nur gab es lange
Schlangen vor den „Normalen“ Toiletten, was eben dafür spricht,
dass es davon wohl zu wenig gab. Trotzdem bleiben die sanitären
Einrichtungen positiv in meinem Kopf.
Also
Fazit dazu:
Die Verpflegung war gut (besonders das Essen) dafür
aber unsagbar teuer.
Die
sanitären Anlagen waren positiv aber teilweise sehr überlaufen.
-Menschen:
Von Angestellten und dem Rezipienten-
Kommen
wir zu dem Punkt welcher durchgehend positiv war. Die Gesichter des
Festivals.
Egal
ob SeCu, Kassenpersonal oder auch die Leute am Einlass, Niemand war
pampig oder sonstiges. Dazu noch ein Publikum, welches zu jedem
Künstler feiert, egal ob man diesen kennt oder nicht. Die Stimmung
auf dem Festival war positiv, selten gestresst und selbst im
strömenden Regen und kurz vorm Abbruch sang das Volk zu den Hymnen
der Dropkick Murphys oder ließen sich von Alligatoahs sanfter
Akustikshow begeistern. Sehr positiv war die Security! Diese machte
nämlich jeden Mist mit. Die Band sagte „Auch die Security
springt!“ und sie sprangen, sangen mit und spritzten Leute mit
Wasser voll (Leider mussten sie Flaschen nehmen). Das meine Freunde,
ist Festival und so muss es sein!
Also
Fazit dazu:
Großartige
Stimmung egal wann und wo oder bei wem.
Ich
schätze mal es ist Zeit für die bedeutenden Frage, ob Ich nochmal
auf das Highfield gehen würde.
Die
Antwort lautet ganz klar, Nein!
Ich
muss dazu sagen, dass Ich etwas Komfort hatte. Klimatisiertes VIP
Zelt, seperater Eingang vor die Stage und einen ruhigen Zeltplatz.
Aber
Ich schreibe diesen Bericht auch eher für die, die als Nicht-VIP
hinfahren.
Ein
viel zu chaotischer und harter Zeltplatz, in dessen Boden kaum ein
Hering geht (Natürlich nicht die Schuld des Highfields aber trotzdem
sehr nervig), wenige Eingänge zum Infield, teurer als meine
Stammfestivals, nerviger Eingang zu den ersten Reihen vor der Stage.
Natürlich, die positiven Punkte sind zahlreicher als die negativen
aber für mich wiegen die negativen leider wesentlich mehr. Ich mag
die Stimmung, das Line-Up, das Infield, die Stages und vor allem die
Akustik. Die Menschen sind super, der Preis ist legitim und auch die
Ausstattung ist gut aber auf einem Zeltplatz sollte Ordnung herrschen
und Ausgänge sollte man nicht suchen müssen.
Wenn
man nur einen Eingang hat, sollte man auch alle „Schleusen“
benutzen, vor allem am Anfang des Tages! Man braucht keinen seperaten
Eingang zur ersten Reihe, das bringt oft das Chaos, welches man
vermeiden will. Dazu sind vier Euro für ein Getränk viel zu viel,
vor allem bei 28 Grad ohne Schatten!
Trotzdem
habe Ich eine Empfehlung fürs Highfield, nämlich wenn Ihr in
Leipzig unterkommen könntet, denn dann fahrt ihr Morgens mit dem
Shuttle hin und Abends zurück, damit negiert ihr den Großteil der
negativen Punkte und müsstet nur zum Infield und zurück laufen.
Dafür habt ihr es Abends gemütlich und wacht am Morgen nicht in
einer Sauna auf.
Wenn
ihr über diese negativ Punkte hinwegsehen könnt und die positiven
Punkte genauso gut findet wie Ich, dann ist das Highfield sicher
etwas für euch. Sollte ihr aber sehr viel auf Zeltplatz und gute
Organisation legen, dann solltet ihr eventuell doch etwas weiter zum
Ring oder dem Hurricane fahren!
Im
Kern ist es immer noch sehr subjektiv. Wenn ihr wieder hinfahren
wollt, wünsche Ich euch viel Spass im nächsten Jahr. Wenn nicht,
dann halt nicht!
Ich
hatte trotzdem sehr viel Spass, habe viele neue Bands mitgenommen und
alte endlich mal wieder gesehen. Danke nochmal an die gute Jule,
welche mit einfach mitgenommen hat und Danke an Impericon für die
Möglichkeit des VIP Bändchens.
Ein
paar genauere Anekdoten, Band-Highlights und Co. hört ihr dann im
Podcast. Checkt dafür einfach immer mal wieder Instagram und
SoundCloud, außerdem wird er nach dem Erscheinen, hier ( )
eingefügt.
Wenn
ihr Verbesserungen, eigene Ansichten und Co. Habt, kommentiert doch
bitte hier oder bei Instagram, bleibt nur bitte sachlich!
Mehr Bilder findet ihr hier: